Stadthistorische Vortragsreihe

In Zusammenarbeit von Heimatverein, Kulturamt und Volkshochschule ist erneut ein Programm mit kompetenten Vortragenden erstellt worden. Behandelt werden neben ganz speziell auf Dinslaken bezogenen Themen auch solche, die den Kulturraum des unteren Niederrheins zum Gegenstand haben.

Nächste Termine

Harpunen der späten Altsteinzeit aus Dinslaken

 

Referent: Dr. Birgit Gehlen

Die Archäologin Dr. Birgit Gehlen leitet am Archäologischen Institut der Universität zu Köln ein Forschungsprojekt, das sich mit Funden der Menschen aus der jüngeren Steinzeit beschäftigt. Bei ihren Forschun-gen stieß sie auf die drei Harpunen, die Prof. Rudolf Stampfuß 1965 auf einer Baustelle an der Dinslakener Kreuzstraße ausgegraben hat. Die Harpunen konnten mit naturwissenschaftlichen Methoden neu datiert (die erste: 10.915 v.Chr.; die zweite: 11.120 v.Chr.) und kulturgeschichtlich korrekt in einen europäischen Zusammen-hang eingeordnet werden. In ihrem Vortrag wird Dr. Gehlen die Dinslakener Funde vor-stellen, ihre Bedeutung ins rechte (neue) Licht setzen und sie mit Hilfe vergleich-barer Fundkomplexe kulturgeschichtlich einordnen.

Dienstag, 05. Dezember 2017, 19:30 Uhr

Dinslaken, VHS, Dachstudio

Die Anfänge der technischen Normung und ihre Auswirkungen im Rheinland

 

Referent: Dr. Eckhard Bolenz

 

Der Vortrag geht auf die Entwicklung von Normen für die industrielle Fertigung ein.

Bis zur Industrialisierung hatte jeder Handwerker seine eigenen Standards gesetzt: So passten z.B. selbst gefertigte Schrauben auch nur in Muttern, die derselbe Handwerker mit seinen Werkzeugen gefertigt hatte. Schon vor 1800 erwies es sich bei der serienmäßigen Herstellung von Werkzeugmaschinen als Problem, daß kein zugekauftes Teil passen wollte. Das verhinderte zwar den Nachbau neu erfundener Maschinen, war aber auch bei der Mas-senfertigung und bei der Ersatzteilversorgung hinderlich. Ob Drehbank, Dampfmaschine oder Eisenbahnwaggon: Wenn die Hersteller erfolgreich sein wollten, brauchten sie Standards für Abmessungen und Materialqualitäten.

Zunächst waren technische Regeln nur Hilfsmittel in der Fertigung einzelner Unternehmen. Diese entwickelten sich zu einem großen Regelwerk, das seit 1917 von einer koordinier-enden Stelle betreut und weiter entwickelt wird.

Heute steht das Kürzel „DIN“, aufgelöst: „Deutsche Industrie Norm“, für Standards, die Qualität versprechen. Festgelegt werden die Normen durch Ausschüsse, in denen sich die jeweiligen Interessenvertreter abstimmen. Sie werden koordiniert vom Deutschen Institut für Normung in Berlin, einer von der Industrie getragenen, nicht staatlichen Institution. Gegründet wurde das Institut am 22.12.1917.

Weil „DIN“ auch das Kürzel im KFZ-Kennzeichen von Dinslaken ist und die Stadt mit dem Berliner Institut zusammen arbeitet, findet im Museum Voswinckelshof zum 100. Jubiläum des DIN-Instituts eine Sonderausstellung statt, die sowohl auf die Leistungsfähigkeit der Stadt Dinslaken, als auch auf die Aspekte der Normung eingeht.

 

Dienstag, 09. Januar 2018, 19:30 Uhr

Dinslaken, VHS, Dachstudio